Beispiel Sport
Sport vollzieht sich frei nach gemeinsam anerkannten Regeln - ein Idealytpus regelgebundener gemeinschaftlicher Aktivität, der den Beteiligten Freude macht, Fitness fördert und, gerade als Leistungssport, hochgradig attraktiv ist. Dementsprechend versuchen autoritäre Machtsysteme seit jeher, den Sport für sich zu instrumentalisieren. Damit allerdings kommen sie in ein prinzipielles Dilemma, da der Sport als solcher strikt regelgebunden verläuft und insofern autoritärem Machtdenken widerspricht.
Allerdings ist analytisch zwischen Sport, Sportpolitik und allgemeiner Politik zu unterscheiden. Selbst wenn Sportpolitik, beispielsweise die Vergabe Olympischer Spiele oder Weltmeisterschaften, korrupt oder autoritär machtbestimmt verläuft, muss dies nicht den Sport an sich verfälschen; auch kann Sportpolitik in einer Welt, in der Machtstrukturen eine große Rolle spielen, oft nur schwer nach fairen (rechtsstaatlichen) Verfahren stattfinden. Politikanalyse muss also zwischen dem Sport an sich, Sportpolitik (die möglichst fair und demokratisch verlaufen sollte) und allgemeiner Politik differenzieren - eine ethische Betrachtung im Unterschied zu Moralismus.
Der Sport an sich, der sich inzwischen weltweit ausgebreitet hat, bildet ein fundamentales Gegenmoment gegen machtborniertes Denken und Handeln. Selbst sportpolitisch gelingt es nach dem Vorbild der altgriechischen Olympiaden immer wieder, Akteure, die Angriffskrieg betreiben, zu sanktionieren.